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1. Juli 2026 · Automatisierung · 5 Min. Lesezeit

Automatische Nachbestellvorschläge: Nie wieder ausverkauft sein

CT

Colly.io Team

Produkt

2026

Jeder Online-Händler kennt das Dilemma: Wer zu früh nachbestellt, bindet unnötig Kapital in langsam drehenden Lagerbeständen. Wer zu spät bestellt, verliert Umsatz durch Lieferverzögerungen und riskiert Rangrückstufungen auf Marktplätzen, weil Artikel zeitweise als nicht verfügbar erscheinen.

Die Lösung liegt nicht in Excel-Tabellen und Bauchgefühl – sondern in Algorithmen, die Nachbestellzeitpunkte auf Basis echter Verkaufsdaten berechnen.

Die zwei entscheidenden Kennzahlen

Für jeden Artikel gibt es zwei zentrale Werte: den Meldebestand (Reorder Point) und die optimale Nachbestellmenge (Economic Order Quantity, EOQ).

Der Meldebestand ist der Lagerbestand, bei dem eine Bestellung ausgelöst werden sollte. Er ergibt sich aus dem durchschnittlichen Tagesabsatz multipliziert mit der Lieferzeit – plus einem Sicherheitspuffer, der Nachfrageschwankungen und Lieferverzögerungen abfedert.

Die optimale Nachbestellmenge balanciert Bestellkosten und Lagerkosten: Große Bestellungen reduzieren die Bestellhäufigkeit, erhöhen aber die Kapitalbindung. Kleine Bestellungen halten den Lagerbestand niedrig, verursachen aber häufige Transaktionen.

Saisonalität berücksichtigen

Statische Reorder-Points funktionieren nicht für saisonale Produkte. Ein Gartenmöbel-Händler, der seinen Meldebestand auf Jahresdurchschnittswerten berechnet, wird im März unterbestockt und im Oktober überfüllt sein.

Fortgeschrittene Systeme passen Reorder-Points dynamisch an historische Saisonkurven an. Statt eines festen Tagesabsatzes wird ein gewichteter Durchschnitt verwendet, der aktuelle Verkaufstrends stärker gewichtet als ältere Daten.

Konfiguration in Colly.io

In Colly.io lassen sich für jeden Artikel individuelle Parameter hinterlegen: Mindestbestand, Lieferzeit je Lieferant, Sicherheitspuffer und ob saisonale Anpassungen aktiv sind. Das System berechnet täglich automatisch Nachbestellvorschläge und schickt eine Zusammenfassung per E-Mail oder zeigt sie auf dem Dashboard an.

Lieferantenbestellungen können direkt aus dem Vorschlag heraus erstellt und als PDF exportiert oder per E-Mail versendet werden.

Fazit

Automatische Nachbestellvorschläge lösen ein Problem, das bisher tägliche manuelle Aufmerksamkeit erforderte. Wer seinen Meldebestand einmal sauber konfiguriert, kann sich anschließend darauf verlassen – und investiert seine Zeit in Sortimentspflege statt in Bestandsüberwachung.

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