8. April 2026 · Guide · 7 Min. Lesezeit
Amazon FBA vs. FBM: Welche Versandstrategie lohnt sich wirklich?
Amazon bietet Händlern zwei grundlegende Versandmodelle: Fulfillment by Amazon (FBA) und Fulfillment by Merchant (FBM). Beide haben legitime Anwendungsfälle – die Entscheidung hängt von Produkteigenschaften, Margen und operativer Kapazität ab. Wer die Mechanismen versteht, trifft bessere Entscheidungen.
Was FBA konkret bedeutet
Bei FBA sendet der Händler Waren vorab an Amazons Fulfillment-Center. Amazon übernimmt Lagerung, Verpackung, Versand und Kundenservice für diese Artikel. Der entscheidende Vorteil: automatische Prime-Qualifikation. Der Prime-Badge bedeutet für die meisten Kategorien signifikant bessere Conversion-Rates.
Die Kosten setzen sich zusammen aus Erfüllungsgebühren (abhängig von Gewicht, Größe und Kategorie), monatlichen Lagergebühren (pro Kubikmeter, mit deutlichen Aufschlägen im Q4) und ggf. Langzeitlagergebühren für Artikel, die länger als 365 Tage im Lager liegen.
Was FBM konkret bedeutet
Bei FBM behält der Händler die vollständige Kontrolle über Lagerung und Versand. Aufträge kommen über Amazon, das Fulfillment erfolgt aus eigenem Lager oder über einen Drittanbieter. Prime-Qualifikation ist über Seller Fulfilled Prime (SFP) möglich – setzt aber strenge Laufzeit- und Stornierungsanforderungen voraus, die nicht alle Händler erfüllen können.
Der entscheidende Vorteil: Kostenstruktur. Eigene Versandkosten sind oft günstiger als FBA-Gebühren, insbesondere für schwere, sperrige oder günstige Artikel, bei denen die Erfüllungsgebühr die Marge stark belastet.
Wann FBA die bessere Wahl ist
FBA lohnt sich besonders für Artikel mit hoher Umschlaggeschwindigkeit, guter Marge und kompakten Abmessungen. Wer den Prime-Badge für eine Kategorie mit hohem Wettbewerb benötigt und die FBA-Kosten in der Kalkulation tragen kann, profitiert von erhöhter Sichtbarkeit und weniger operativem Aufwand.
FBA ist auch sinnvoll für Händler, die keine eigene Lagerkapazität haben oder Saisonspitzen (Q4) ohne Personalaufbau bewältigen wollen.
Wann FBM die bessere Wahl ist
FBM empfiehlt sich für große, schwere oder sperrige Artikel, bei denen FBA-Gebühren die Marge empfindlich treffen. Gleiches gilt für Artikel mit niedriger Umschlaggeschwindigkeit, bei denen Lagergebühren auflaufen würden. Auch für stark saisonale Artikel, die nur wenige Monate pro Jahr verkauft werden, ist FBM oft günstiger.
Die hybride Strategie
Viele professionelle Händler kombinieren beide Modelle: Bestseller und hochmargige Kompaktartikel über FBA, langsam drehende oder voluminöse Artikel über FBM. Diese Kombination optimiert die Kostenstruktur insgesamt.
Colly.io verwaltet FBA- und FBM-Aufträge in derselben Oberfläche. FBM-Aufträge werden normal über das Fulfillment-System verarbeitet; FBA-Aufträge werden für das Controlling erfasst, ohne dass manueller Versandaufwand entsteht.
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